Viele Selbstversorger und einige Hobby-Gärtner haben sicherlich schon einmal darüber nachgedacht Hühner zu halten, um bereits morgens frische Eier von den eigenen Hennen zu erhalten. Bei der Hühnerhaltung gibt es jedoch Einiges zu beachten – vor allem für Neueinsteiger.

Damit auch kein wichtiges Thema rund um die Hühnerhaltung für Anfänger vergessen wird und alles gut geplant und durchdacht ist, bevor die Tiere angeschafft werden, haben wir hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Wenn diese Anleitung Schritt für Schritt durchgegangen wird, ist der Grundstock rund um die Hühnerhaltung für Anfänger geschaffen. Dennoch ist es ratsam, sich innerhalb der einzelnen Punkte und bei auftauchenden Fragen nochmals exakter einzulesen.

Generell ist zu sagen, dass der Kauf von Tieren nie spontan erfolgen sollte. Sowohl Geld als auch Zeit müssen in eine artgerechte Haltung investiert werden. Vor allem bei der Hühnerhaltung für Anfänger sollte sich vorab gut informiert und in die Thematik eingelesen werden. Deshalb empfehle ich dringend, sich vorher umfassend zu Informieren. Daher rate ich mindestens zum großen Anfängerbuch von Florian Bauer!

1. Platzbedarf

Auf einem Bauernhof spielt Platz oftmals keine so große Rolle, wie bei Hausbesitzern mit kleinerem Garten. Daraus resultiert, dass private Selbstversorger einen mehr oder weniger begrenzten Garten für Hühnerhaltung und Gartenanbau besitzen und beides in Einklang bringen müssen. Die erste Frage, die sich künftige Halter deshalb gewissenhaft stellen sollten ist also, ob tatsächlich genügend Platz für eine Hühnerhaltung auf dem eigenen Grund vorhanden ist.

Für drei Hühner sollten circa 50 Quadratmeter oder mehr zur Verfügung stehen, damit das Wohlbefinden der Hühner gewährleistet ist.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass Hühner nicht alleine gehalten werden sollten. Das heißt, circa drei bis vier Hennen sollten mindestens gekauft werden. Mit jedem weiteren Tier steigt der Platzbedarf natürlich an.

2. Stall und Auslauf

Wenn nun die Entscheidung gefallen ist, wie viel Hühner gekauft werden und der Platz dafür vorhanden ist, stellt sich die nächste Frage: Wie gestalte ich Stall und Auslauf?

Für den Stall gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel kann ein Gartenhaus oder eine Bauwagen umgebaut, ein fertiger Hühnerstall-Bausatz zusammengesteckt oder ein Stall gleich komplett selbst gebaut werden.
Sollte direkt ein fertiger Stall gekauft werden, gibt es einige Dinge zu beachten. Durch unsere Empfehlungen, kann die Zeit zur Entscheidung, welcher Hühnerstall für den einzelnen Halter geeignet ist, deutlich verkürzt und direkt zum Thema Auslauf weitergesprungen werden.

Der Auslauf, wie bereits oben erwähnt, circa 50 Quadratmeter pro drei Hühner bereit halten. Außer der Größe gibt es jedoch noch weitere Dinge zu beachten, wie zum Beispiel die Beschaffenheit des Auslaufes. Dort sollten Gräser zum Picken nach Insekten und Büsche zur Beschattung zur Verfügung stehen. Pflastersteine oder Kies sind weniger zu empfehlen, da sie hier ihrem natürlichen Trieb wenig bis gar nicht nachkommen können. Am Optimalsten ist eine Obstwiese.

Eine weitere Möglichkeit ist auch, seine Hühner frei im Garten herumlaufen zu lassen. Dabei gilt allerdings zu beachten dass Hühner zum Beispiel keine Rücksicht auf Beete nehmen und es muss gewährleistet werden, dass die Hühner nicht einfach ausbüchsen können. Ein Schutzgitter verhindert nicht nur, dass Tiere ungewollt verschwinden, sondern auch, dass keine Füchse oder Marder in den Gartenbereich kommen. Dies ist vor allem empfehlenswert, wenn der Garten in Waldnähe gelegen ist.

3. Hühnerkauf

Wenn der Lebensraum der Tiere vorbereitet ist, geht es zur nächsten wichtigen Thematik: dem Hühnerkauf.

Dass Hennen nicht alleine, sondern in Gruppen von mindestens Dreien gehalten werden sollen, wurde bereits angesprochen. Maximal sollten natürlich nur so viele Tiere gekauft werden, wie des er Platz hergibt.

Die Rasse der Hühner spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Darüber sollte sich der künftige Halter unbedingt vorab gut informieren. Generell sind für Angänger zutrauliche und ruhige Tiere, die keine zu großen Ansprüche an ihre Haltung haben, zu empfehlen.

Kaufmöglichkeiten gibt es gleich mehrere. So können die Tiere beim Züchter, auf einem Tiermarkt und sogar im Internet gekauft werden. Jedoch ist der meist anonyme Kauf im Internet nicht immer anzuraten, da nur schwer kontrolliert werden kann, ob die Tiere aus artgerechter Haltung stammen. Am Besten ist der Kauf bei einem Züchter geeignet, wo Tiere und Stallungen gut in Augenschein genommen werden könnenn. Der Kauf eines Huhns auf einem Markt ermöglicht das Gespräch mit dem Vorbesitzer und es kann zudem die Sauberkeit der Tiere gut kontrolliert werden, was wiederum auf deren bisherige Stallungen rückschließen lässt.

4. Hahn oder nicht

Wenn nun der Kauf der Hennen entschieden oder bereits vollzogen ist, muss noch die Frage geklärt werden, ob ein Hahn die Tiere anführt.
Generell ist ein Hahn nicht zum Zusammenleben der Hühner notwendig, da auch eine Henne seine Aufgaben übernehmen kann und somit für Ruhe in der Herde sorgt.
Auch der Lärm, der meist nur durch den Hahn entsteht, kann so vermieden werden und damit gleichzeitig der Streit mit den Nachbarn.

Ein Nachteil ist allerdings, dass die Hennen ohne Hahn nur unbefruchtete Eier legen. Für den Verzehr der Eier macht dies nichts, aber neue Jungtiere bleiben aus. Diese müssten dann immer wieder neu nachgekauft werden.

5. Hühnerhaltung

Die bisher genannten Punkte sind vielen Haltern vielleicht schon bekannt gewesen. Doch es gibt noch weitere Aspekte bei der Hühnerhaltung, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen.

So ist zum Beispiel das Futter der Hühner ein Thema, bei dem einiges beachtet werden muss. Generell reicht einfaches Körnerfutter, wie Weizen, Mais und dergleichen sowie sauberes Wasser aus. Bevorzugt werden von Hühnern aber auch Würmer, die sie gerne selbst vom Boden aufpicken.
Viele Küchenabfälle, wie Apfel- und Kartoffelschalen, Reis, etc. können ebenfalls gut an die Hennen verfüttert werden. Aber Vorsicht! Hühner vertragen nicht alles aus der Küche, wie bespielweise schimmlige oder stark gewürzte Speisereste.

Damit die Tiere ihrem Scharrtrieb nachgekommen können, sollte zudem ein Einstreu für den Stall besorgt werden. Hier sind bereits einfache Sägespäne ausreichend.

Und nicht zu vergessen, Hühner müssen auch bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden und stets geimpft sein.


Es darf darüber hinaus nicht vergessen werden, dass Hühner zwischen fünf und sieben Jahre leben und der Halter somit für diese Zeit die volle Verantwortung für seine Tiere übernehmen muss.

Weitere Informationen finden sich auf meiner Seite und in den Buchempfehlungen